Eastern Highlands: Reisefuehrer durch die Berge Ostzimbabwes

· 7 min read Destination Guide
Gruene Berglandschaft der Eastern Highlands in Zimbabwe mit Morgennebel

Wer bei Zimbabwe ausschliesslich an flache Savanne, Elefantenherden und Safarifahrzeuge denkt, wird von den Eastern Highlands voellig ueberrumpelt werden. Die Ostzimbabwes Berge sind kuehl, gruen, von Morgennebel durchzogen und streckenweise so wildromantisch wie ein europaeisches Mittelgebirge - nur mit Wasserboecken und Fischadlern statt Rehen und Bussarden. Hier liegt der hoechste Punkt Zimbabwes (Mount Nyangani, 2.592 m), hier befinden sich die dramatischsten Quartzit-Schluchten des Landes (Chimanimani), und hier liegt mit den Mutarazi Falls einer der hoechsten Wasserfaelle Afrikas.

Die Eastern Highlands erstrecken sich entlang der Grenze zu Mosambik von Nyanga im Norden bis Chimanimani im Sueden, eine Strecke von etwa 300 km. Die Hauptstadt der Region ist Mutare, das Tor in diese gruene Bergwelt, drei Autostunden von Harare entfernt.

Eastern Highlands im Ueberblick

  • Hoechster Punkt: Mount Nyangani, 2.592 m - hoechster Berg Zimbabwes
  • Hauptstaedte: Mutare (Tor zur Region), Chimanimani (Dorf)
  • Beste Reisezeit: April bis Oktober fuer klare Himmel und weniger Regen; Regenzeit November bis Maerz
  • Klima: Kuehl und nebelig, besonders morgens; Frost in den Hochlagen moeglich (Juni-Juli)
  • Was man braucht: Gute Wanderschuhe, Lagen-Kleidung, Regenjacke auch in der Trockenzeit
  • Anreise: 263 km von Harare nach Mutare (A3-Autobahn, circa 3 Stunden)

Nyanga: der noerdliche Zugangspunkt

Mount Nyangani besteigen

Der Mount Nyangani ist Zimbabwes hoechster Berg und eine verhaeltnismaessig zugaengliche Tageswanderung. Der Startpunkt liegt am Ende einer asphaltierten Strasse innerhalb des Nyanga Nationalparks - man kann mit dem Auto bis auf circa 1.900 m fahren, von wo aus der Aufstieg zum Gipfel auf markiertem Pfad beginnt.

Gesamtstrecke: circa 10 km hin und zurueck. Zeit: 4 bis 5 Stunden. Die Route ist gut markiert, aber der Gipfel ist beruechtigt fuer ploeztliche Nebeleinbrueche und Wind, selbst wenn es unten strahlend sonnig ist. Mehrere Wanderer haben sich in Nyangani-Nebel verlaufen und sind nicht zurueckgekehrt - das ist keine Uebertreibung. Nebelwarnung ernst nehmen, fruehzeitig umkehren und niemals bei schlechter Sicht weitergehen.

Der Ausblick bei klarem Wetter ist aussergewoehnlich: im Osten die Mosambikanische Ebene bis zum Indischen Ozean, im Westen das zimbabwische Hochplateau. Eintritt via Nyanga Nationalpark: circa 15 USD pro Person pro Tag.

Nyanga Nationalpark: mehr als nur der Gipfel

Der Nyanga Nationalpark um den Berg herum bietet weitaus mehr als nur den Gipfelaufstieg. Forellenangeln in klaren Gebirgsbaechen und kuenstlichen Stauseen ist eine Hauptattraktion fuer einheimische Urlauber. Die Nyangombe-Wasserfaelle und mehrere Aussichtspunkte ueber das Honde-Tal sind lohnende Ziele fuer Tagesausflueges.

World’s View: Vom Troutbeck-Gebiet aus erreichbarer Aussichtspunkt mit dramatischem Blick in das Honde-Tal - ein tief eingeschnittenes, fast saenkrechtes Tal, das vom Hochplateau bis in die Mosambikanischen Tieflanden hinabfuehrt. Einer der beeindruckendsten Ausblicke Zimbabwes.

Troutbeck Resort: Das klassische Kolonialhotel aus der britischen Aera, gegruendet 1946, liegt auf 1.725 m Hoehe und bietet Golfplatz, Forellenangeln, Reitmoelichkeiten und ein gepflegtes Restaurant. Zimmerpreise: 120 bis 200 USD pro Nacht. Wer britischen Landhausstil mit afrikanischer Berglandschaft verbinden moechte, wird hier fuendig.

Chimanimani: die wildeste Ecke Zimbabwes

Warum Chimanimani?

Chimanimani ist das spektakulaerste Ziel der Eastern Highlands und eine der wenigen echten Wildnisgebiete des suedlichen Afrikas, das fuer eigenstaendige Trekker zugaenglich ist. Die Berge bestehen aus weissem und orangefarbenem Quartzit, der in messerscharfen Graten und tiefen Flussschluchen geformt ist - eine Landschaft, die mehr an den Drakensberg als an typisches Zimbabwe erinnert.

Das Chimanimani-Dorf am Fuss des Gebirges ist klein und freundlich, mit einigen Guesthouses und einem monatlichen Markt. Es liegt 150 km suedwestlich von Mutare, circa 2,5 Stunden Fahrt.

Chimanimani Nationalpark: Trekking

Eingang und Basisstation: Das Basiscamp liegt am Ende einer Schotterstrasse, 19 km vom Chimanimani-Dorf entfernt. Eintritt: 15 USD. Im Basiscamp gibt es eine einfache Huette und Campingplaetze; keine Duschen, kein Strom.

Hauptwanderung zum Cave Camp: Die klassische Mehrtages-Tour fuehrt vom Basiscamp ueber den ersten Bergkamm zum sogenannten “Cave Camp” - eine natuerliche Felsenhoehle, die als Unterkunft genutzt wird. Die Strecke dauert 3 bis 4 Stunden pro Richtung und erfordert Selbstversorgung: Zelt, Schlafsack, Lebensmittel und genuegend Wasser oder Wasserfiltrations-Ausruestung. Mobilnetz: nicht vorhanden.

Mehrtages-Touren: Erfahrene Trekker koennen 3 bis 5 Tage in den Bergen verbringen und den Mosuriflusse folgen, zum hoechsten Punkt Binga (2.440 m) aufsteigen oder den Grenzuebergang nach Mosambik erkunden (offizieller Grenzuebergang, aber ausser Betrieb - nur fuer Wanderer relevant, kein Fahrzeugverkehr).

Bridal Veil Falls: Eine leichte, einstuendige Wanderung vom Chimanimani-Dorf fuehrt zu einem schoenen Wasserfall, der das ganze Jahr ueber Wasser fuehrt. Kostenlos und gut zugaenglich, ideal fuer Tagesbesucher ohne Mehrtages-Ambitionen.

Unterkunft in und bei Chimanimani

Chimanimani-Dorf: Mehrere kleine Guesthouses bieten einfache Zimmer fuer 15 bis 40 USD pro Nacht. Empfehlenswert fuer Mehrtages-Trekker als Basis vor und nach der Tour.

Frog and Fern Camp: Die beste Unterkunftsbasis fuer Wanderer ausserhalb des Chimanimani-Dorfes. Huebsche Cottages in gruener Umgebung, freundliche Atmosphaere, gute Informationen ueber Wanderrouten. Preise: 30 bis 60 USD pro Nacht.

Heavenborough Mountain Lodge: Etwas gehobener, circa 80 bis 120 USD, mit schonem Blick auf die Berge.

Mutare: Tor zu den Eastern Highlands

Mutare ist die viertgroesste Stadt Zimbabwes und die natuerliche Ausgangsbasis fuer die Erkundung der Eastern Highlands. Die Stadt liegt in einem engen Tal umgeben von gruenen Huegeln, 8 km von der mosambikanischen Grenze entfernt.

Christmas Pass: Auf dem Pass der Harare-Mutare-Strasse kurz vor der Stadteinfahrt liegt ein bekannter Aussichtspunkt mit Blick ueber Mutare und das umliegende Tal. Gut erreichbar per Auto; besonders schoene Fotos am spaeten Nachmittag.

Mutare-Museum: Das Nationalmuseum der Stadt zeigt eine gute Sammlung zur Naturgeschichte Zimbabwes sowie Exponate zur lokalen Geschichte. Empfehlenswert, wenn man 2 bis 3 Stunden in der Stadt verbringt. Eintritt: circa 3 USD.

Vumba Botanical Gardens: 27 km suedlich von Mutare, in den Vumba-Bergen an der mosambikanischen Grenze gelegen. Ein aussergewoehnlicher Garten auf 1.600 m Hoehe mit Pflanzenarten aus aller Welt und Panoramablick auf die mosambikanischen Tieflanden. Eintritt: circa 5 USD. Der angrenzende Vumba Botanical Reserve bietet kurze Waldwanderungen.

Burma Valley: Das flachere Land oestlich von Mutare, in Richtung Mosambik, ist bekannt fuer seine Bananenplantagen und als Vogelbeobachtungsgebiet fuer Tieflanden-Arten. Fuer Ornithologen interessant.

Vogelbeobachtung in den Eastern Highlands

Die Eastern Highlands gehoeren zu den besten Vogelbeobachtungsgebieten des gesamten suedlichen Afrikas, und zwar aus einem einfachen Grund: Hier treffen Bergwaldarten, Savannenarten und Kuestenarten aufeinander, die aus Mosambik heraufziehen. Das Ergebnis ist eine aussergewoehnlich artenreiche Zone.

Schluessel-Arten der Region:

Die Blauschwalbe (Eastern Blue Swallow) ist eine von Zimbabwes am staerksten gefaehrdeten Vogelarten und kommt fast ausschliesslich in den Eastern Highlands vor; Chimanimani und Nyanga sind die wichtigsten Brutstaedte. Die Oestliche Bronzenackentraube ist eine weitere hochbegehrte Art der Bergwaelder. Bergbach-Pieper, Gestreiftes Grashuehnchen und der Chimanimani-Apalis runden das Besucherinteresse ab.

Beste Gebiete: Die Vumba-Berge suedlich von Mutare gelten als das beste Einzelgebiet fuer Bergwald-Vogelbeobachtung. Chimanimani fuer Hochlandarten. Der Bvumba Botanical Reserve fuer konzentrierte Beobachtungen auf kleinem Gebiet.

Ressourcen: Birdingzimbabwe.com bietet detaillierte Standortfuehrer fuer alle wichtigen Vogelbeobachtungsgebiete des Landes einschliesslich der Eastern Highlands.

Anreise in die Eastern Highlands

Per Auto von Harare nach Mutare: 263 km auf der A3-Autobahn, durchgehend asphaltiert und in gutem Zustand. Fahrzeit: circa 3 Stunden. Die Strecke fuehrt durch das zimbabwische Hochplateau mit weiten Ausblicken und wenig Verkehr.

Von Mutare nach Nyanga: 107 km, circa 1,5 Stunden. Die letzten Kilometer sind Schotter.

Von Mutare nach Chimanimani: 150 km, circa 2,5 Stunden. Strasse gut asphaltiert bis zum Chimanimani-Dorf.

Per Bus von Harare nach Mutare: Mehrere Anbieter (Intercape, lokale Busse) verbinden Harare und Mutare. Fahrzeit: circa 3 bis 4 Stunden; Preis: circa 8 USD. Busse halten im Mutare-Busbahnhof, von wo aus Taxis in die umliegenden Berge verfuegbar sind.

Praktische Tipps fuer die Eastern Highlands

Kleidung und Ausruestung: Auch in der Trockenzeit koennen die Berge kalt und nebelig sein. Mehrere Kleidungslagen, eine wasserdichte Jacke und gute Wanderschuhe sind unverzichtbar, besonders fuer Mount Nyangani und die Chimanimani-Touren.

Wasser: In den Bergen gibt es Bachquellen, aber Wasser sollte gefiltert oder abgekocht werden. In den Nationalparkscamps ist Wasser vorhanden, nicht immer zuverlaessig.

Unterkunft buchen: Waehrend Weihnachten und Silvester, sowie zu zimbabwischen Schulferienzeiten, sind die Eastern Highlands sehr beliebt bei einheimischen Urlaubern. Fruehzeitig reservieren.

Mobilnetz: In Mutare gut abgedeckt; in den Bergen (besonders Chimanimani-Basiscamp und darueber) kein Signal.

Tanken: In Mutare und im Chimanimani-Dorf tanken; keine Tankstellen auf den Bergstrassen.

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