Gonarezhou - auf Shona «Ort der Elefanten» - ist Zimbabwes zweitgroesster Nationalpark und einer der wildesten, unberuehrtesten Flecken des Landes. Mit 5.053 Quadratkilometern im suedoestlichen Zimbabwe, an der Grenze zu Mosambik und Suedafrika, bildet der Park den Kern des Great Limpopo Transfrontier Park - eines der groessten Schutzgebiete der Welt.
Gonarezhou ist kein Anfaenger-Safaripark. Die Infrastruktur ist minimal, die Fahrten sind lang, und die Wildbeobachtung erfordert Geduld. Was Besucher dafuer bekommen, ist eine Erfahrung, die in den beruehmteren Parks Zimbabwes kaum zu finden ist: grosse Mengen an Wildtieren in einer Landschaft, die kaum ein anderes Fahrzeug sieht.
Die Landschaft: Chilojo-Klippen und Runde-Fluss
Das dramatischste Merkmal von Gonarezhou sind die Chilojo-Klippen - beeindruckende rote Sandsteinfelsen, die etwa 180 Meter ueber dem Runde-Fluss aufragen und sich ueber mehr als 30 km erstrecken. Bei der richtigen Beleuchtung - fruehmorgens oder spaet nachmittags - leuchtet der Sandstein intensiv orange und rot. Die Aussicht von der Klippe hinunter auf das weitlaeufige Limpopo-Tiefland und die mozambikanischen Ebenen jenseits ist ausserordentlich.
Der Runde-Fluss (auch Runde River genannt) fliesst durch den Suedteil des Parks und bietet ausgezeichnete Wildbeobachtung an den Ufern - besonders Elefanten, Nilpferde, Krokodile und Bueffel konzentrieren sich hier waehrend der Trockenzeit.
Der Save-Fluss im Nordteil bildet die Ostgrenze des Parks und ist ein wesentlicher Korridor fuer Wildtierbewegungen zwischen Zimbabwe und Mosambik.
Wildtiere
Gonarezhou hat eine aussergewoehnliche Elefantenpopulation - schaetzungsweise 11.000 bis 15.000 Tiere, die dafuer bekannt sind, groesser und tuskenreicher zu sein als ihre Artgenossen in anderen Teilen Zimbabwes und Suedafrikas. Die Elefanten von Gonarezhou haben historisch weniger Kontakt mit Fahrzeugen gehabt als die in Hwange, was zu einer anderen Dynamik fuhrt - Besucher sollten die empfohlenen Abstands- und Verhaltensregeln der Ranger strikt einhalten.
Afrikanischer Wildhund ist in Gonarezhou zuverlaessig; der Park beherbergt eine gesunde Population dieser vom Aussterben bedrohten Raubtiere. Sichtungen sind nie garantiert, aber einige Lodges kennen die Reviere aktiver Rudel und konnen morgens gute Einsatze einschaetzen. Loewe ist vorhanden, ebenso wie Leopard, Gepard und Schabrackenhyaene. Die Savanne und Miombowald des suedlichen Parks unterstuetzen ausserdem hervorragende Vogelpopulationen - ueber 500 Arten sind dokumentiert.
Lager und Unterkunft
Die Zimbabwe Parks Authority betreibt Bungalows und Zeltplaetze in Chipinda-Pools im Nordteil des Parks und in Mabalauta im Suedteil. Die Einrichtungen sind grundlegend - Strom nicht immer verfuegbar, Selbstverpflegung empfohlen. Buchung ueber die Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority-Website.
Chilo Gorge Safari Lodge an den Chilojo-Klippen ist die Premium-Unterkunft des Parks. Zelthuetten auf einem Felsvorsprung ueber dem Runde-Fluss, mit spektakulaerem Ausblick. Preise ab circa 450–650 USD pro Person und Nacht vollstaendig inklusive. Die Lodge organisiert Bootsafaris auf dem Runde, Pirschfahrten und Wanderungen an den Klippen.
Gonarezhou Bush Camp bietet eine preiswertere Einstiegsmoeglichkeit in einem abgelegenen Umfeld - Basisunterkunft fuer erfahrene Selbstfahrer mit gueltigem 4WD-Fahrzeug.
Anreise und praktische Informationen
Gonarezhou liegt etwa 500 km von Harare und 450 km von Bulawayo entfernt. Die meisten Besucher reisen per Privatwagen oder Mietwagen an - ein 4WD-Hochbau-Fahrzeug ist unverzichtbar. Die internen Schotterwege koennen waehrend der Regenzeit schwierig sein; einige sind dann nicht befahrbar.
Von Harare: suedwarts auf der A4 ueber Masvingo, dann suedoestlich Richtung Chipinda-Pools - circa 6 bis 7 Stunden Fahrzeit. Von Bulawayo: ostwarts auf der A9 via Masvingo und Beitbridge-Abzweig - aehnliche Fahrzeit.
Naechstgelegene Stadt: Chiredzi, etwa 60 km nordwestlich von Chipinda-Pools-Eingang, mit Tankstellen und grundlegenden Vorraeten. Besucher sollten in Chiredzi volltanken und ausreichend Wasser und Verpflegung mitfuehren.
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober (Trockenzeit): Beste Wildbeobachtung. Elefanten und Nilpferde konzentrieren sich an Flussufern und Wasserloechern. Die Chilojo-Klippen sind bei klarer Luft und trockenen Pisten besser zugaenglich.
November bis April (Regenzeit): Der Park hat teilweise eingeschraenkte Zufahrt. Vogelbeobachtung ist ausgezeichnet. Die Landschaft ist dramatisch gruen. Der Runde-Fluss laeuft voll und schafft beeindruckende Szenerien. Erfahrene Selbstfahrer mit dem richtigen Fahrzeug koennen auch jetzt gut reisen.
Kombination mit anderen Zielen
Gonarezhou laesst sich gut mit Great Zimbabwe (Ruinen bei Masvingo, circa 170 km nordwestlich) und dem Gonarezhou - Krugerparkspaziergang in Mosambik kombinieren. Die grenzueberschreitenden Wildtierbewegungen im Great Limpopo Park machen auch die nahe gelegenen Teile des Limpopo National Park (Mosambik) und des Kruger National Park (Suedafrika) erreichbar fuer entschlossenere Reisende.