Erster Besuch Simbabwe: Was Sie Wissen Müssen

· 5 min read Practical
Erster Besuch Simbabwe: Was Sie Wissen Müssen

Simbabwe ist eines der faszinierendsten, am stärksten unterschätzten Reiseziele in Subsahara-Afrika. Wer hierher reist, erlebt Victoria Falls in ihrer vollen Wucht, Wildtierkonzentrationen in Hwange, die mystischen Ruinen von Great Zimbabwe – und all das ohne die Menschenmassen, die vergleichbare Destinationen überwältigen. Für den ersten Besuch gibt es einige grundlegende Fakten, die die Reiseplanung erheblich erleichtern.

Einreise: Visum für Simbabwe

Für viele Nationalitäten, darunter Deutsche, Österreicher und Schweizer, ist ein Visum bei der Einreise erhältlich. Das Verfahren ist unkompliziert.

Kosten (Stand 2026):

  • Einzelvisum (single entry): USD 50
  • Doppeleinreise (double entry, für KAZA Univisa): USD 75
  • KAZA Univisa (gilt auch für Sambia, empfohlen für Victoria Falls): USD 50

KAZA Univisa: Wer sowohl die simbabwische als auch die sambische Seite der Victoria Falls besuchen möchte – was wir empfehlen – sollte den KAZA-Univisa in Betracht ziehen. Er gilt für beide Länder und kostet dasselbe wie ein reguläres simbabwisches Einzelvisum.

Wichtig: Visa on Arrival sind nur an bestimmten Grenzübergängen verfügbar. An den Flughäfen Harare (HRE) und Victoria Falls (VFA) sowie am wichtigsten Grenzübergang Beitbridge (zu Südafrika) ist das Visa on Arrival verfügbar. Die Zahlung erfolgt in USD – entsprechende Scheine bereithalten.

Währung: US-Dollar ist Standard

In Simbabwe wird mit US-Dollar (USD) bezahlt. Zwar gibt es auch den Simbabwe Gold (ZiG), die lokale Währung, aber im touristischen Alltag dominiert der Dollar. Alle Nationalpark-Gebühren, Safari-Lodges, Mietwagen und die meisten Restaurants akzeptieren USD.

Praktische Hinweise:

  • USD-Scheine in kleinen Stückelungen mitbringen: 1-Dollar, 5-Dollar, 10-Dollar, 20-Dollar-Scheine sind ideal. Große Scheine (100 USD) sind schwieriger zu wechseln und lösen manchmal Misstrauen aus.
  • Kreditkarten werden in Hotels und größeren Restaurants in Harare und Victoria Falls akzeptiert. Abseits der Touristenzentren zuverlässig Bargeld dabei haben.
  • Geldautomaten (ATMs) gibt es in Harare und Victoria Falls. Sie sind nicht immer befüllt – nicht auf den letzten Moment warten.

Die drei Pflichtsehenswürdigkeiten

Für einen ersten Besuch empfehlen wir drei Kernziele. Wer wenig Zeit hat, kann alle drei in zehn Tagen abdecken.

1. Victoria Falls Die Victoria Falls sind der offensichtliche Einstiegspunkt. Der Wasserfall ist mit einer Breite von 1.708 Metern einer der breitesten der Welt. Am beeindruckendsten in der Regenzeit (Februar–April), wenn die volle Wassermasse hinabstürzt – aber auch in der Trockenzeit sehenwert, wenn man durch den Sprühnebel gehen kann ohne völlig durchnässt zu werden.

Victoria Falls (die Stadt) ist auch das Aktivitätenzentrum Simbabwes: Wildwasser-Rafting, Bungeespringen, Elefanteninteraktion, Mokoro-Fahrten, Sunset-Bootstouren.

2. Hwange National Park Simbabwes größter Nationalpark ist einer der besten Orte Afrikas für Elefanten-Beobachtung. Schätzungsweise 45.000 Elefanten leben hier. Dazu kommen Löwen, Leoparden, Geparden, Wildhunde (African Wild Dogs) und alle anderen Big Five.

Hwange liegt etwa vier Stunden von Victoria Falls entfernt – entweder per Self-Drive oder über lokale Transfers. ZPWMA-Camps machen auch ein günstiges Budget-Safari möglich.

3. Great Zimbabwe National Monument Die Steinruinen von Great Zimbabwe sind das bedeutendste archäologische Monument im subsaharischen Afrika und gaben dem Land seinen Namen. Eine UNESCO-Welterbestätte, die leider von internationalen Reisenden kaum besucht wird – was sie umso interessanter macht. Gelegen nahe Masvingo, etwa drei Stunden von Harare.

Sicherheit: Realistisches Bild

Simbabwe gilt als eines der sichersten Reiseziele in der Region für Touristen. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist selten. In den Städten, besonders in Harare und Bulawayo, empfiehlt sich normale urbane Vorsicht:

  • Wertgegenstände nicht offen tragen
  • Kein Bargeld in der Tasche sichtbar machen
  • Nachts nicht alleine in unbekannten Stadtteilen
  • Mbare-Markt tagsüber und mit Begleitung erkunden

In den Nationalparks gibt es keine Sicherheitsbedenken außer dem offensichtlichen: Wildtiere respektieren, Parkregeln befolgen, niemals zu Fuß aus dem Fahrzeug aussteigen ohne Genehmigung eines Guides.

Budget: Was kostet Simbabwe?

Simbabwe bietet erstaunlich viel Bandbreite, von günstigen ZPWMA-Camps bis zu exklusiven Lodge-Erlebnissen für mehrere hundert Dollar pro Nacht.

Budget-Reisender (USD 50/Tag): Mit ZPWMA-Camps (USD 15–25/Person für Camping), einfachen Gästehäusern in Harare oder Victoria Falls und günstigen Mahlzeiten ist Simbabwe auf niedrigem Budget sehr machbar. Nationalparkgebühren (ca. USD 10–20 pro Person/Tag) kommen hinzu.

Komfortabler Mittelklasse-Reisender (USD 100–150/Tag): Gute Mittelklasse-Lodges, geführte Pirschfahrten, bessere Restaurants. In diesem Bereich ist ein sehr angenehmes Simbabwe-Erlebnis möglich.

Premium-Safari (USD 300–600+/Tag): Private Lodges in exklusiven Gebieten, All-inclusive mit mehreren täglichen Pirschfahrten und privaten Guides. Mana Pools und Gonarezhou haben die konzentrierteste Auswahl solcher Angebote.

Gesundheit: Malaria ist real

Simbabwe ist ein Malaria-Endemiegebiet. Die Nationalparks – besonders die Tieflagen wie Mana Pools, Hwange und Gonarezhou – haben erhöhtes Malaria-Risiko. Maßnahmen:

  • Malariaprophylaxe: Vor der Reise mit dem Arzt oder Reisemediziner besprechen. Atovaquon/Proguanil (Malarone), Doxycyclin oder Mefloquin sind übliche Optionen.
  • Mückenschutz: DEET 50% auf unbedeckter Haut, besonders nach Sonnenuntergang.
  • Kleidung: Lange Ärmel und Hosen in der Dämmerung.
  • Impfungen: Gelbfieber-Impfnachweis wird bei Einreise aus Endemieländern verlangt. Hepatitis A und B, Typhus empfohlen.

Beste Reisezeit für Erstbesucher

Mai–Oktober (Trockenzeit): Das ist die empfohlene Zeit. Wildtiere sammeln sich an Wasserstellen, die Vegetation ist niedrig und Sichtbarkeit gut, Malaria-Risiko etwas geringer. Juli–September ist Hochsaison – früh buchen.

November–April (Regenzeit): Victoria Falls ist am beeindruckendsten, aber Tiersichtungen sind schwieriger. Günstigere Preise. Straßen in abgelegenen Parks können unpassierbar werden.

Fazit für Erstbesucher: Mai oder Juni ist ideal – noch keine Hochsaison-Preise, aber schon sehr gute Bedingungen.

Erste Schritte: Wohin zuerst?

Über Victoria Falls einreisen: Der einfachste Einstieg für die meisten Europäer. Von Frankfurt gibt es Verbindungen über Johannesburg oder Nairobi. Victoria Falls ist tourist-freundlich, klar strukturiert und bietet sofortigen Einstieg in das Wildtier-Erlebnis.

Über Harare einreisen: Sinnvoll, wer mehr Zeit hat und die Hauptstadt erkunden oder von dort aus in Richtung Eastern Highlands oder Great Zimbabwe reisen möchte.

In jedem Fall: Simbabwe ist eine Reise, die sehr wenige Menschen bereuen. Das Land bietet Wildtiererlebnisse auf Augenhöhe mit Botswana und Kenia, bei einem Bruchteil der Besucherzahlen.

Book an experience

Top tours to book now

Already planning? These are the most popular experiences for this destination.